
36 Seiten · 36 Abbildungen · 2021
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Wasserwerk, Pläne und heutige Umgebung
Konflikte um Wasser prägen die Geschichte Stuttgarts seit ihren Anfängen: Der herzogliche beziehungsweise königliche Hof und die Bürgerschaft der Residenzstadt standen in einem Wettbewerb um die begrenzten Wasserressourcen des oberen Nesenbachtals. Als der Bedarf an Brauchwasser für die königlichen Anlagen und den Eisenbahnbetrieb immer größer wurde, ordnete König Wilhelm I. 1861 den Bau eines Staatlichen Wasserwerkes an. Das Wasser wurde aus dem Mühlkanal in Stuttgart-Berg entnommen und zur Sandfilteranlage oberhalb der Staatsgalerie gepumpt; das gefilterte Neckarwasser wurde in zwei großen Wassertanks gespeichert. Die Höhenlage der Tanks an der heutigen Werastraße erzeugte einen so hohen Druck, dass das Wasser ohne weitere Pumpen den Betrieb der Brunnen auf dem Schloßplatz erlaubte.
Vom ehemaligen Staatlichen Neckarwasserwerk in der Werastraße ist ein Betriebsgebäude aus dem Jahre 1861 erhalten geblieben, das „Wasserhäusle“. Dieses kleine Fachwerkgebäude gehört zur Sachgesamtheit eines technischen Baudenkmals, das durch die lange historische Ziegelmauer entlang der Werastraße geprägt wird. Fünf Sandfilterbecken sowie die unterirdischen Wasserreservoirs gehören ebenfalls dazu; sie befinden sich zum Teil unter der neuen John-Cranko-Schule und der Gartenanlage.
Heute werden das Wasserhäusle und der dazugehörende Garten als Orte der Begegnung von Nachbarschaft, dem CASA Schützenplatz e.V. und der John-Cranko-Schule genutzt. Der Verein zur Förderung und Erhaltung historischer Bauten hat sich zum Ziel gesetzt, dieses partiell unsichtbare technische Baudenkmal in einer Dokumentation zu würdigen.



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