
24 Seiten · 19 Abbildungen · 1985
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Eine Broschüre als Anstoß
Die sogenannte Weißenburg wurde erstmals 1263 erwähnt, 1312 im Reichskrieg gegen Graf Eberhard den Erlauchten zerstört. Ab 1851 werden fünf Besitzer für das Anwesen genannt, bis es der Industrielle Ernst von Siglin 1898 erwarb. Er ließ 1912 das Teehaus errichten; die Spielfläche für den Tennisplatz bedingte in dem steilen Hang einen Einschnitt, und so entstand das Bauvolumen für den Marmorsaal. Nachdem der Dekorationsmaler Julius Mössel aus München die Decke im gerade fertiggestellten Großen Haus des Württembergischen Staatstheaters ausgemalt hatte, bekam er auch den Auftrag, den Marmorsaal dekorativ zu gestalten.
1956 verkauften die Sieglin-Erben das Anwesen an die Stadt Stuttgart. Zur Bundesgartenschau 1961 wurde der Park nach Umbaumaßnahmen der Öffentlichkeit übergeben, auch das Teehaus wurde renoviert. Der Marmorsaal, der etliche Jahre dem Verfall preisgegeben war, wurde unsachgemäß renoviert. Die klassizistische Villa wurde 1964 abgebrochen.
Doch als Zeichen des veränderten Bewusstseins wurden 1978 Marmorsaal und Teehaus in das Denkmalbuch aufgenommen. Dennoch wurde der Marmorsaal vernachlässigt und über Jahre dem Verfall preisgegeben. Erst die Aktivitäten des Vereins zur Förderung und Erhaltung historischer Bauten ab dem Jahre 1984 brachten die Wende. Nachdem der Förderverein Alte Oper Stuttgart e.V. die Mehrkosten der Opernrenovierung mitfinanzieren konnte, übernahm er die Verwaltung von Teehaus und Marmorsaal und stellt den renovierten Saal seither für gesellschaftliche Veranstaltungen und Konzerte zur Verfügung.


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