
58 Seiten · 40 Abbildungen · 2009
Die verwahrloste Ruine des Neuen Lusthauses im Mittleren Schlossgarten wollte die Finanzverwaltung von Baden-Württemberg „in Würde sterben lassen“. Dagegen formierte sich in der „Kulturszene Stuttgart“ Widerstand. Theaterintendanten, Schauspieler/innen, Historiker, Architekten, Ingenieure, Galeristen, Kabarettisten, Rechtsanwälte, Denkmalpfleger, Universitätslehrer, Politiker, Theologen, Schriftsteller wehrten sich vehement gegen den gezielten Verfall der Ruine. Auf Initiative von Professor Ostertag wurde ein Förderverein zur Rettung der Ruine gegründet. Diese Initiative unterstützte auch der Verein zur Förderung und Erhaltung historischer Bauten (VFEHB) mit einer Broschüre.
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Erhalten und wieder sichtbar machen
Das Neue Lusthaus, erbaut vom Hofbaumeister Georg Beer im Auftrag von Herzog Ludwig von Württemberg, galt einst als „eine der edelsten Schöpfungen deutscher Renaissance“. Die Ruine wurde dadurch erhalten, weil der Abbruch des ausgebrannten Neuen Lusthauses im Jahre 1844 sehr schnell gehen musste, um ein neues Theatergebäude zu errichten. Der als Ruine existierende Bauteil wurde in dem neuen Gebäude integriert und kam erst nach einem erneuten Brand in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1902 wieder zum Vorschein. Herzogin Wera setzte sich für den Wiederaufbau des Neuen Lusthauses ein. Sie musste sich aber mit der Versetzung der Ruine in den Mittleren Schloßgarten abfinden.
Nach Gründung des Fördervereins zur Rettung der Ruine waren erste bescheidene Zeichen von Einsicht seitens der Landesverwaltung zu bemerken. Doch es musste eine umfangreiche Kampagne gestartet werden, um die bereit gestellten Haushaltsmittel zweckbestimmend einzusetzen. Schließlich erfolgte der Beschluss zur Renovierung der Ruine, sodass sie künftigen Generationen als „visuell begehbares Gedächtnis“ dienen kann.
Die Broschüre „Das Neue Lusthaus im Schlossgarten Stuttgart“ (58 Seiten, 40 Abbildungen, 2009) enthält mehrere Fachartikel ausgewiesener Experten: Harald Schukraft beschreibt die Renaissance in Württemberg, Georg Friedrich Kempter stellt den Architekten Georg Beer vor und beschreibt das Bauwerk, Gerhard Raff porträtiert den Bauherrn Herzog Ludwig von Württemberg. Das Autorenkollektiv Ostertag, Kempter und Wawra beschreibt die Geschichte, die verschiedenen Nutzungen und die damit verbundenen baulichen Veränderungen. Bertold Burkhart erläutert nach einer Bauaufnahme der Ruine, welche Maßnahmen erforderlich sind, um sie nachhaltig zu sichern.

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Die Broschüre ist erhältlich, soweit Restexemplare vorliegen. Der Verein erwartet 5 Euro Vorkasse für Druck und Versand und teilt Ihnen die Zahlungsdaten mit.