
24 Seiten · 20 Abbildungen · 1982
Mehr lesen
Mieten, sanieren, bewahren
Der Brand in Esslingen von 1702, dem 200 Häuser zum Opfer fielen, gab der Stadt Stuttgart Veranlassung, das Feuerlöschwesen noch weiter zu verbessern. So wurde 1702 auf der Gänsheide eine Hochwacht erbaut, wo zwei „Lärmkanonen“ stationiert wurden. Über 200 Jahre lang war das Kanonenhäuschen, auch „Lermenhäuschen“ oder „Stuckhäuschen“ genannt, Zeuge von allem, was in und um Stuttgart vorging. In der Feuerordnung von 1703 heißt es: „Anerwogen auch diese Unsre Residenz überall mit Gebürgen dargestallten eingeschlossen ist, dass das Geläut von denen Kirchen-Thürmen nicht alle Zeit von denen umliegenden Dorff- und Nachbarschafften vernommen werden kan; Als sollen in solchen Fall wann es allhie brennet, die in der neuerbauten Hoch-Wacht auf der sogenannten Gänshayde stehende zwey Stücklein, durch eigene dahin zu reuten bestellte Personen abgefeuert, und also die Nachbarschafft von der obhabenden Gefahr gewahrschauet und benachrichtigt werden“.
Das Kanonenhäuschen diente nicht nur als Feuerwache, sondern auch zum Abfeuern von Salutschüssen zu besonderen Gelegenheiten. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde das Kanonenhäuschen um ein Stockwerk erhöht. Eine Wohnung wurde für die Oberfeldwächter eingerichtet. Von 46 Feuern wurde berichtet, die von den Zinnen der Plattform aus beobachtet werden konnten. Nachdem das Kanonenhäuschen seine Bedeutung für die Feuerwache verloren hatte, zogen Mitarbeiter der Stadt Stuttgart ein. Zuletzt wohnte das Gärtnerehepaar Oßwald in den bescheidenen Räumen. Sie zogen 1974 aus. Statt das für die Verwaltung nutzlose Häuschen abzureißen, fand sich der Verein zur Förderung und Erhaltung historischer Bauten, der den Bestand des Kanonenhäuschens durch eine Nutzung sicherte.
Foto F.Schweizer
Direkt beim Verein
Broschüre anfragen
Die Broschüre ist erhältlich, soweit Restexemplare vorliegen. Der Verein erwartet 5 Euro Vorkasse für Druck und Versand und teilt Ihnen die Zahlungsdaten mit.