
28 Seiten · 29 Abbildungen · 1997
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Bahnhof und Tunnelgebirge
König Wilhelm I. verfügte den Bau der Königlich-Württembergischen Eisenbahn mit einer „Centralstation“ in unmittelbarer Nähe des Residenzschlosses. Dieser Bahnhof wurde von Karl Etzel geplant und 1846 in der Schloßstraße (heute Bolzstraße) fertiggestellt. Die weitere Entwicklung des Bahnverkehrs machte die Verlegung der „Centralstation“ stadtauswärts nach Osten erforderlich. Ein Wettbewerb wurde ausgeschrieben, den Paul Bonatz mit seinem Partner Friedrich Scholer gewann; der Siegerentwurf wurde jedoch nicht ausgeführt, sondern ein Entwurf, der mit dem zeitgenössischen Historismus brach.
Die Stuttgarter Topografie ist für einen Kopfbahnhof, der in der Regel viel Gleisfläche im Zulauf benötigt, äußerst ungeeignet. Die Verknüpfung der Zulaufgleise erfolgte nicht durch zahlreiche Weichen, sondern über ein System von Brückenbauwerken. Das sogenannte „Tunnelgebirge“ ist Teil der denkmalgeschützten Sachgesamtheit. Trotz aller Lippenbekenntnisse, diese „Eisenbahn-Kathedrale“ in ihrem Wesen zu erhalten, wurde die Deutsche Bahn von Politikern gedrängt, die Planungen für einen Durchgangsbahnhof in Tieflage voranzutreiben, damit das bestehende Gleisvorfeld für Investoren verfügbar gemacht werden kann.
Der Verein zur Förderung und Erhaltung historischer Bauten (VFEHB) wollte mit der Broschüre auf die einmalige baugeschichtliche Gesamtanlage hinweisen. Nachdem ein Beitrag zum Bonatzbau vom Landesdenkmalamt zurückgezogen wurde, musste der Inhalt der Broschüre auf das sogenannte „Tunnelgebirge“ beschränkt werden. Dr. Hans Peter Münzenmayer erstellte nach ausführlichen Recherchen eine Dokumentation des Hauptbahnhofs; die studentische Projektgruppe Ehlers, Kinzelbach und Schweizer aus Darmstadt stellte in einem zweiten Teil dynamische Stadtutopien für Stuttgart 21 vor.


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